1. Wünsche in prüfbare Kriterien übersetzen
Am Anfang stehen Nutzung, Jahreskilometer, Platzbedarf, Antrieb, Muss-Ausstattung und ein belastbares Gesamtbudget. Zusätzlich wird festgelegt, welche Abweichungen akzeptabel sind.
Zum Budget gehören Auktionsgebühr, Transport, Dokumente, technische Arbeiten, Zulassung und Risikoreserve – nicht nur der Zuschlag.
- Muss-, Wunsch- und Ausschlusskriterien
- Maximaler Gesamtpreis statt nur Gebotslimit
- Privat- oder Geschäftskauf und Rechnungsart
- Lieferort, Termin und Zulassungsunterlagen
2. Zustandsberichte kritisch lesen
Fotos und Schadencodes dokumentieren nur den erfassten Zustand. Sie ersetzen keine vollständige Werkstattdiagnose und beweisen nicht, dass jeder Vorschaden erkannt wurde.
Fahrzeugdaten, Ausstattung, Kilometerstand, Wartung, Schlüssel, Reifen, Schäden und Dokumentstatus werden abgeglichen. Unklare Punkte werden vor dem Gebot als Risiko markiert.
- VIN und Dokumente abgleichen
- Netto-, Brutto- und Mehrwertsteuerstatus klären
- Schäden nach Folgen statt nur Reparaturpreis ordnen
- Fehlende Fotos, Schlüssel oder Papiere als Risiko behandeln
3. Freigabe und feste Gebotsgrenze
Vor dem Gebot erhält der Kunde Fahrzeug, Auffälligkeiten, Kostenspanne und maximales Limit. Ohne Freigabe wird nicht geboten. Ein verlorenes Gebot ist besser als ein Fahrzeug außerhalb des Budgets.
Nach Zuschlag gelten Zahlungs-, Abhol- und Reklamationsfristen der Auktion. Diese Bedingungen müssen vorher bekannt sein.
- Freigabe des konkreten Fahrzeugs dokumentieren
- Limit nicht spontan erhöhen
- Auktions- und Servicegebühren separat ausweisen
- Plan B bei ausbleibendem Zuschlag festlegen
4. Steuer und Dokumente vor Zahlung klären
Die Umsatzsteuer hängt von Käufer, Verkäufer, Rechnungsart und Fahrzeugstatus ab. Laut EU-Information gilt ein Fahrzeug umsatzsteuerlich nur dann als gebraucht, wenn es mehr als 6.000 km gefahren wurde und die erste Inbetriebnahme länger als sechs Monate zurückliegt.
Netto, Brutto und nicht ausweisbare Mehrwertsteuer werden getrennt gekennzeichnet. Individuelle Steuerfragen gehören vor Zahlung zur Steuerberatung oder Behörde.
- Rechnungsempfänger und Steuerstatus vor Gebot
- COC und Zulassungsdokumente prüfen
- Bei Nicht-EU-Herkunft Zoll und Einfuhrumsatzsteuer
- Zulassungs- und Straßensteuern im Zielland
5. Transport, Eingangskontrolle und Übergabe
Bei Ankunft werden VIN, Kilometerstand, Schlüssel, Dokumente und sichtbare Schäden mit dem Auktionsbericht verglichen. Abweichungen werden sofort fotografiert und fristgerecht gemeldet.
Erst danach folgen freigegebene Reparaturen, Aufbereitung oder Zulassungsvorbereitung. Die Übergabe dokumentiert Anlieferzustand, beschlossene Arbeiten und Endzustand – ohne pauschales Versprechen eines perfekten Autos.
- Transportversicherung und Übergabeprotokoll
- Eingangsfotos vor Reinigung oder Reparatur
- Keine Reparatur ohne Freigabe
- Alle Schlüssel und Unterlagen bei Übergabe
Quellen und weiterführende Informationen
Dieser Ratgeber erklärt den Cargru-Arbeitsablauf und ersetzt keine individuelle Rechts-, Steuer- oder Werkstattberatung.
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